05.05.2022

Anfeindungen gegen Jung-Schiedsrichter:innen

Autor / Quelle: Lennart Blömer, Schiedsrichter- u. Presseausschuss

Seit einigen Wochen überschatten Anfeindungen gegenüber jungen Schiedsrichter:innen den Spielbetrieb im Jugendbereich. Nun sollen mit „Spielbeobachtungen“ Konsequenzen gezogen werden.

Innerhalb von wenigen Wochen kam es im Jugendbereich zu mehrfachen Vorfällen, bei denen junge Schiedsrichter:innen durch Spielende, Trainer:innen und Eltern angefeindet oder unsachlich kritisiert wurden. Aufgrund dieser Vorfälle haben sich drei junge Schiedsrichter dazu entschlossen, ihr Amt niederzulegen. Daraus ergeben sich mehrere Probleme. Einerseits werden Kinder von erwachsenen Personen, die ein Vorbild besitzen, angegangen und so mit Konflikten konfrontiert, die sie vorher nicht kannten. Die Ausmaße der psychischen Belastung sind dabei schwer vorstellbar. Des Weiteren wird dadurch auch das Schiedsrichterwesen geschwächt. Interessenten werden abgeschreckt und Schiedsrichter:innen beenden ihre Tätigkeit.

Der NFV-Kreis Rotenburg kann es sich nicht mehr leisten, weitere Unparteiische zu verlieren. Teilweise können Spiele gar nicht mehr besetzt werden. Solche Vorfälle führen dazu, dass ganze Spielklassen in Zukunft nicht mehr mit Schiedsrichtern durchgeführt werden können.

Auch Schiedsrichterobmann Mats Baur hat kein Verständnis für diese Vorfälle: ,,Für die jungen Schiedsrichter ist das natürlich ein Schockmoment. Man geht ja davon aus, dass Erwachsene als Vorbilder fungieren. Emotionen und Kritik gehören zur Schiedsrichtertätigkeit dazu, aber Anfeindungen gehen zu weit.“

Um Anfeindungen entgegenzuwirken, haben Sich die Vertreter:innen des Schiedsrichter- und des Spielausschusses sowie des Kreisvorstandes zusammengesetzt und ein Konzept für „Spielbeobachtungen“ erarbeitet. Hier werden Funktionäre:innen des NFV-Kreises Rotenburg unangekündigt und wahllos Spiele im Jugendbereich sichten und bei Vorkommnissen Berichte fertigen. Ziel der Spielbeobachtungen ist es, den jungen Referees Sicherheit zu geben und Anfeindungen aller Art hart zu bestrafen.

Mats Baur erhofft sich außerdem von diesen Maßnahmen, dass Werte wie „Fair Play“ wieder mehr in den Mittelpunkt rücken und den Unparteiischen mehr Respekt gezollt wird. Unabhängig davon möchte der Schiedsrichterausschuss auf sein erneutes Angebot verweisen, mit den Vereinen in beliebiger Form in Kontakt zu treten.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 18.05.2022