04.06.2018

Tag der Endspiele 2018 in Ostereistedt

Autor / Quelle: Oliver Moje (Zevener Zeitung), Michael Brinkmann (Bremervörder Zeitung) u. Günter Sievers (NFV-Kreisvorstand)

Beim Tag der Endspiele fanden sowohl die Mannschaften als auch die zahlreichen Zuschauer beste Voraussetzungen für einen tollen Fußballtag. Ausrichter FC Ostereistedt/Rhade präsentierte seine erstklassige Sportanlage und überraschte auch beim Rahmenprogramm mit positiven Ideen.

Wohnste vollendet das Triple

Dritter Kreispokalerfolg des MTV in Folge – Torhüterin Janine Kuczynski glänzt im Elfmeterschießen.

Der MTV Wohnste hat zum dritten Mal in Folge den Frauen-Kreispokal gewonnen. In einer spannenden Wiederholung des Vorjahres-Finales bezwang das Team von Trainer Maik Ratje die SG Sandbostel/Hesedorf mit 4:2 (1:1, 0:1) nach Elfmeterschießen. Dabei sah es zu Beginn überhaupt nicht nach einer erneuten Erfolgsgeschichte für den Vorjahressieger aus. Das aufgrund von Verletzungen und einer Abitur-Abschlussfahrt längst nicht komplette Team des Kreisliga-Vizemeisters wurde von den zunächst spielerisch überlegenen SG-Damen in die Defensive gedrückt. Bis zum MTV-Strafraum sah das sehr gut aus für den Außenseiter, doch so richtig zwingend waren die Aktionen noch nicht.

Eine Qualität des Pokalverteidigers wurde allerdings schon in der Anfangsphase deutlich: Die erste wirklich nennenswerte Angriffsaktion gehörte den Wohnsterinnen, doch Louisa-Marie Schmidt scheiterte an der guten SG-Keeperin Lara-Sophie Exner (7.). Gefährlich war Selsingen/Sandbostel in der ersten Hälfte vor allem nach Standards, die bei Kapitänin Finja Krange in guten Händen waren. Sie scheiterte aber ebenso mit einem stark getretenen Freistoß an MTV-Keeperin Janine Kuczynski, wie Jennifer Grüthusen mit zwei Schussversuchen. Führung durch Marie Schröder.

Die beste Chance bis dahin vergab Marie Schröder, deren Kopfball nach einer Krange-Ecke gerade noch auf der Linie geklärt wurde (37.), doch acht Minuten später fiel aus genau der gleichen Kombination die verdiente 1:0-Pausenführung der SG. Nach dem Wechsel war es mit der Überlegenheit des Teams aus der Samtgemeinde Selsingen allerdings dahin. „Ich habe in der Kabine gesagt, dass wir jetzt richtig beißen müssen, wenn wir noch gewinnen wollen. Das hat die Mannschaft gut umgesetzt“, freute sich MTV-Coach Maik Ratje. Die zweite Hälfte war gerade acht Minuten alt, da erzwang Louisa-Marie Schmidt mit einem zweiten Schussversuch – der erste konnte noch abgeblockt werden – ein Eigentor von Carina Schnakenberg zum 1:1 (53.).

Danach kam es zum offenen Schlagabtausch beider Teams. Die starke Anna Tautz hätte die SG mit zwei tollen Alleingängen von der Mittellinie zum Pokalsieg schießen können, doch ihr Abschluss landete immer genau in den Armen der starken MTV-Torhüterin Janine Kuczynski (72., 75.). Auf der Gegenseite bekam Wiebke Höyns ein tolles Zuspiel freistehend vor dem Tor nicht richtig unter Kontrolle, so dass SG-Torhüterin Exner noch dazwischengehen könnte (82.).

Im Elfmeterschießen wurde dann Kuczynski zur Wohnster Pokalheldin. Sie parierte zwei von vier Versuchen und ein weiterer ging drüber, während die Wohnsterinnen dreimal trafen und nur einmal an Exner scheiterten. „So ist Fußball“, stellte ein natürlich enttäuschter SG-Coach Michael Ernst fest. „Wir hätten vorher eine unserer Chancen reinmachen müssen. Außerdem hauen wir uns das Ding selbst rein. Aber wir haben gut gekämpft und denen alles abverlangt. So ein Elfmeterschießen ist immer Glückssache.“ Das sah auch Maik Ratje so: „Wir haben etwas glücklich gewonnen. Aber wenn man dreimal hintereinander den Pokal holt, ist das natürlich nicht nur Zufall.“

 

Bremervörder Notelf verkauft sich im Finale teuer

BSC verliert mit 0:2 gegen den TV Sottrum – Großes Lob für Ausrichter FC Ostereistedt/Rhade.

Der TV Sottrum ist Kreispokalsieger 2018 der Herren. Der Kreisligazweite setzte sich gestern beim „Tag der Endspiele“ in Ostereistedt mit 2:0 gegen den Bremervörder SC durch. Der BSC verkaufte sich wie schon am Mittwoch beim Halbfinalsieg gegen Unterstedt mit seiner gemischten Mannschaft aus Fußballern der ersten, zweiten und Altherrenmannschaft teuer und hätte mit etwas Glück sogar für eine erneute Überraschung sorgen können.

Mit dem Finale der Herren ging gestern der „Tag der Endspiele“ zu Ende, der besser kaum zu organisieren sein dürfte. So gab es nach dem Schlusspfiff nicht nur Anerkennung für die Spieler, sondern auch für den ausrichtenden FC Ostereistedt/Rhade, der für perfekte Bedingungen und so etwas wie Stadionatmosphäre gesorgt hatte. Das hob der NFV-Kreisvorsitzende Uwe Schradick in seiner kurzen Ansprache hervor. Dem schloss sich unter anderem auch Bremervördes Co-Trainer Tobias Quell an: „Man muss an dieser Stelle dem Ausrichter ein ganz dickes Lob aussprechen. Das war hier wirklich ein schönes Erlebnis“. Laut Veranstalter besuchten über den Tag verteilt 1000 zahlende Zuschauer die vier Kreispokalendspiele.

Sportlicher Höhepunkt war traditionell das Finale der Herren. Und das wurde keinesfalls, wie vielleicht mancher befürchtet hatte, zur langweiligen und einseitigen Sache für den TV Sottrum. Die buntgemischte Truppe des BSC, die wie im Halbfinale auf elf Spieler der ersten Kreisligamannschaft verzichten musste, bot dem Favoriten nicht nur Paroli, sondern hatte in der zweiten Halbzeit sogar leichte Vorteile bei den Torchancen.

Der TV Sottrum, der in der 26. Minute durch den aus abseitsverdächtiger Position erzielten Treffer von Matthias Michaelis in Führung gegangen war und danach zwei, drei gute Chancen nicht nutzen konnte, musste bis zum Schluss um den Erfolg bangen. Der Favorit verlor phasenweise in der zweiten Halbzeit den spielerischen Faden und hatte Glück, dass die durchaus mutig mitspielenden Bremervörder, die schon vor der Pause zu Möglichkeiten gekommen waren, in der 75. Minute durch den 19-jährigen Ahmad Mohammed die beste Chance nicht nutzen konnten. Mohammad zögerte im Strafraumraum eine Sekunde zulange mit dem Torschuss, so dass Keeper Tobias Engel in höchster Not retten und den Ausgleich verhindern konnte. Engel war auch fünf Minuten später zur Stelle und parierte einen Schuss von Tobias Wilkens.

So fiel die Entscheidung erst in der 89. Minute. Nach einem Konter lief Sottrums Torjäger Andrej Edel allein auf BSC-Keeper Tomas Pipiska zu und vollendete zum 2:0-Endstand. „Wir haben ab der 30. Minute mit dem Fußballspielen aufgehört. Dadurch war‘s für uns bis zum Schluss gefährlich. Kompliment an Bremervörde, auch wenn ich denke, dass wir letztlich verdient gewonnen haben“, sagte TV-Coach Vitalij Kalteis, dessen Truppe den Pokalsieg ausgiebig feierte.

„Dass die Jungs enttäuscht sind nach diesen beiden tollen Leistungen im Halbfinale und im Endspiel kann ich verstehen; zumal auch heute aus einer Sicht für uns was drin gewesen wäre. Die Spieler können aber absolut stolz sein auf ihre Leistung sein. Sie haben das super gemacht. Man sieht mal, was mit Gemeinschaft möglich ist. Ein bisschen leid tut mir, dass heute nicht alle mitgereisten Spieler zum Einsatz gekommen sind“, sagte BSC-Co-Trainer Tobias Quell, der das Team zusammen mit Trainer Jörn Augustin gecoacht hatte.

 

„Pott“ steht nun in der Börde

S40-Kicker der SG Tiste/Hamersen/Sittensen sichern sich mit einem 2:0 über die SG Wiedau den Pokal

Die S40-Fußballer der SG Tiste/Hamersen/Sittensen haben in ihrer 18-jährigen Spielgemeinschaftsgeschichte zum ersten Mal den Kreispokal geholt. Mit 2:0 (2:0) setzte sich das Team um Routinier Joachim Seyer gegen die SG Wiedau durch. Der Pokalerfolg war hoch verdient. Die Elf aus der Börde Sittensen war über die komplette Dauer der Partie spielbestimmend. Auch wenn Wiedau nach der Pause versuchte mehr Druck aufzubauen, war es doch in erster Linie deren hervorragender Torwart Stefan Meyer, der dafür sorgte, dass das Pokalmatch nicht komplett zur einseitigen Angelegenheit wurde. Nachdem Meyer zunächst noch einen Schuss von Boerge Hinrichs per Fußabwehr abgeblockt hatte, war er beim Nachschuss von Jörg Schiewe chancenlos (4.) und auch beim 2:0 durch Volker Colmsee parierte der Wiedauer Schlussmann zunächst glänzend gegen den durchgeeilten Hinrichs, bevor Volker Colmsee den Abpraller entschlossen in die Maschen setzte. Danach sahen die Zuschauer einen von beiden Seiten sehr engagiert geführten Pokalfight, doch Tore gab es trotz bester Gelegenheiten – insbesondere für die SG Ti/Ha/Si – keine mehr.

Die schönsten Szenen dieses Pokalfinale spielten sich ohnehin abseits des Rasen ab. Bei der Übergabe des Pokals für den zweiten Platz skandierten die Wiedau-Kicker durchaus nicht schlecht gelaunt „Triple-Loser, Triple-Loser, hoi, hoi, hoi“, denn es war für sie bereits das dritte verlorene Pokalfinale in Folge. Außerdem nutzten sie anschließend das von den Organisatoren des FC Ostereistedt/Rhade aufgebaute große Schwimmbecken ausgiebig zur Regeneration – nach kurzer Zeit in bester Stimmung sogar gemeinsam mit dem Pokalsieger. Dieser hatte bei der Pokalübergabe insbesondere seinen Oldie Joachim Seyer gefeiert, der sich mit dem Gewinn des „Potts“ einen perfekten Ausstand verschaffte. „Das wurde ja mal Zeit“, scherzte er in Hinblick auf die 18 Jahre der SG Tiste/Hamersen/Sittensen, die bisher ohne Pokalsieg verstrichen waren.

 

Klare Sache für Altherren des RSV

Das Pokalfinale der Altherren war eine deutliche Angelegenheit. Der Rotenburger SV holte sich in Ostereistedt den Titel durch einen 4:1-Erfolg gegen die SG Schwitschen/Stellichte.

Der RSV hatte sich mit noch im Herrenbereich aktiven Spielern verstärkt. So waren Björn Mickelat, Waldemar und Patrick Klee dabei. Klee, der zur neuen Saison zum Kreisligisten Bremervörder SC wechselt, war dann auch der herausragende Torschütze. Er sorgte für das schnelle 1:0 (3.) und besorgte das 3:0 (56.) sowie das 4:0 (63.). Das 2:0 erzielte Femi Hasanaj (35). Der Ehrentreffer für Schwitschen/Stellichte gelang Ulf Glauch in der Schlussminute. (mib)

Momentaufnahmen der sportlichen Großveranstaltung sind in der Galerie zu finden.

 

 

 

 

 

 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 11.12.2018