Staffeltag des NFV-Kreis Rotenburg: Rückblick und aktuelle Herausforderungen

54 Vertreter der 77 Vereine aus dem NFV-Kreis Rotenburg folgten der Einladung zum diesjährigen Staffeltag, der am 15. September 2026 in Heeslingen stattfand. Neben dem Rückblick auf die vergangene Spielzeit standen insbesondere organisatorische Themen, die Entwicklung der Mannschaftszahlen sowie das Schiedsrichterwesen im Mittelpunkt der Veranstaltung. In der abschließenden Aussprache nutzten die Vereine zudem die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und Lösungsvorschläge zu diskutieren.

Mats Baur bei der Begrüßung der anwesenden Funktioner und Vereinsvertreter.
Calvin Dieckhoff und Frank Michaelis beim Informationsaustausch mit den Anwesenden.
Ausschussvorsitzender Frank Michaelis beim Rück- und Ausblick auf den Spielbetrieb.
Aufmerksame Zuhörer beim Thema "Schiedsrichtersoll" ...
Zahlreiche erschienene Vereinsvertreter beim diesjährigen Staffeltag.

Kreisvorsitzender Mats Baur begrüßte zu Beginn der Veranstaltung neben dem Kreisspielausschuss und Kreisvorstand auch die zahlreich erschienenen Vereinsvertreter und blickte zunächst auf die Ereignisse und Aktivitäten der Spielzeit 2025/2026 zurück. Dabei wurden unter anderem der DFB-Ehrenamtspreis und die DFB-Fußballhelden thematisiert. Auch der Tag der Endspiele in Karlshöfen wurde noch einmal in Erinnerung gerufen. Baur nutzte die Gelegenheit zugleich, um auf den anstehenden Kreisfußballtag 2027 hinzuweisen und die Vereine zur Mitarbeit in den verschiedenen Kreisausschüssen aufzurufen.

Als sehr bedenklich stufte Baur die Ursachen für Spielabbrüche ein. Rassistische Äußerungen und Beleidungen während eines Spiels sind demnach umgehend dem leitenden Schiedsrichter zu melden, damit diese sportgerichtlich geahndet werden können.

Sein besonderer Dank galt den zahlreichen Ehrenamtlichen in den Vereinen und im Kreisverband. Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Helferinnen und Helfer sei die Organisation und Durchführung des Spielbetriebs nicht möglich.

Spielbetrieb: Rückblick und Änderungen
Anschließend informierte Frank Michaelis, Vorsitzender des Kreisspielausschusses, über die vergangene Saison und die aktuellen Entwicklungen im Spielbetrieb.

Neben einem Rückblick auf die Spielsaison 2025/2026 wurden Meister und Pokalsieger sowie der reibungslose Spielbetrieb der verschiedenen Spiel- und Altersklassen gewürdigt. Darüber hinaus erläuterte Michaelis Änderungen in der Spielordnung sowie Neuerungen für die laufende Spielzeit 2026/2027.

Eine Änderung betrifft den Spielbetrieb der Ü40-Mannschaften. Nach Abschluss der Hinrunde 2026/2027 soll eine Rückrunde nach Spielstärke gebildet werden. Damit soll im weiteren Saisonverlauf eine größere Chancengleichheit zwischen den Mannschaften erreicht werden.

In der 4. Kreisklasse gibt es folgende Neuerung: Dort wird zukünftig auch mit 9er-Mannschaften auf Großfeld gespielt. Zudem wird der Schiedsrichter-Pool auf die 3. und 4. Kreisklasse ausgeweitet.

Ein weiterer Punkt war die Entwicklung der Mannschaftszahlen. Die Statistik zeigt die Veränderungen im Kreisfußball über die vergangenen Jahre. Gleichzeitig wurde auf eine bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der laufenden Saison bedenkliche Entwicklung der Mannschaftsabmeldungen hingewiesen.

Auch der Blick auf die kommenden Monate durfte nicht fehlen. Der Tag der Endspiele 2027 wird vom TV Hassendorf organisiert. Die Vereine wurden außerdem darauf hingewiesen, dass das Meldefenster für die Hallenkreismeisterschaft der Herren und Ü40-Mannschaften am 30. September 2026 endet. Für die Austragung der eFootball-Kreismeisterschaft in der Volksbank Zeven wurde der 8. Januar 2027 terminiert.

Darüber hinaus wurden die Vereinsvertreter über die Verlängerung von Trainerlizenzen informiert. Die Kreisqualifizierungsausschüsse bieten dafür entsprechende Fortbildungsmaßnahmen an.

Organisatorische Herausforderungen im Spielbetrieb
Im Anschluss berichtete Michael Kaiser als Mitglied des Kreisspielausschusses über verschiedene Probleme, die im organisatorischen Spielbetrieb immer wieder auftreten. Thematisiert wurde unter anderem die Notwendigkeit aktueller Passfotos, der Umgang mit Spielausfällen, dem Platztausch, sowie die fristgerechte Ergebnismeldung bis spätestens eine Stunde nach Spielende. Auch die geltenden Fristen bei Spielverlegungen wurden angesprochen. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Pflege der Kontaktdaten der Vereine. Aktuelle Ansprechpartner und erreichbare Kontaktdaten sind eine wesentliche Voraussetzung für einen reibungslosen Informationsfluss zwischen Kreisverband und den Vereinen untereinander.

Schiedsrichterwesen sorgt für Diskussionen
Besonders ausführlich wurde das Thema Schiedsrichterwesen behandelt. Kreisschiedsrichterobmann Calvin Dieckhoff informierte zunächst über das Schiedsrichterfehl der Saison 2025/2026 und die daraus resultierenden Verwaltungsentscheide. Diese beliefen sich insgesamt auf 25.000 Euro. Da die Strafen bekanntlich bei den "2. Verstößen" mit 200 Euro pro Schiedsrichter ausgesprochen werden, hat sich die Summe aller Strafgelder im Vergleich zum Vorjahr um ca. 50% erhöht! Alle Vereine, die nach der nun laufenden Saison 2026/2027 das dritte Mal in Folge nicht genügend anerkannte Schiedsrichter vorweisen können, werden dann zur Saison 2027/2028 mit Punktabzügen bestraft.

Sorgen bereitet dem Schiedsrichterausschuss insbesondere die hohe Zahl an Spielrückgaben bereits angesetzter Schiedsrichter. Bis zum 6. Spieltag der noch jungen Saison 2026/2027 wurden bereits 267 Spielrückgaben registriert. Hinzu kamen drei Nichtantritte angesetzter Schiedsrichter. „Diese negative Entwicklung bedeutet für die Schiedsrichteransetzer einen erheblichen Mehraufwand, der kaum noch zu bewältigen sei. Zudem erfüllen von den knapp 300 gemeldeten Schiedsrichtern auf Kreisebene derzeit lediglich rund 50% das erforderliche Maß an Spielleitungen“, so Dieckhoff. Er appellierte deshalb eindringlich an die Vereine, die vom Schiedsrichterausschuss angebotenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen und dadurch das jeweils erforderliche Schiedsrichtersoll zu erfüllen.

Rege Diskussionen mit den Vereinsvertretern
Im anschließenden Tagesordnungspunkt „Die Vereine haben das Wort“ entwickelte sich speziel zum Thema „Schiedsrichtersoll“ eine kontroverse Diskussion. Einige der anwesenden Vereinsvertreter schilderten ihre Sichtweise der Dinge und regten einen intensiveren Informationsfluss mit dem Kreisschiedsrichterausschuss an, um die Vereinsschiedsrichter bei deren Pflichten besser begleiten zu können. In diesem Zusammenhang wurden auch auf Vereinsebene praktizierte Lösungsvorschläge erörtert.

Calvin Dieckhoff und Frank Michaelis baten die Vereinsvertreter, ihre Lösungsvorschläge zu dokumentieren und den Ausschüssen zwecks Prüfung zu übermitteln. Gleichwohl wurde aber auch auf die bestehenden Weisungsrichtlinien der Spiel- und Schiedsrichterordnung hingewiesen.

Da unter dem letzten TOP „Verschiedenes“ keine weiteren Wortmeldungen zu verzeichnen waren, bedankte sich Frank Michaelis abschließend bei allen Anwesenden für den konstruktiven Verlauf des Staffeltages und wünschte eine erfolgreiche sowie konfliktfreie Saison 2026/2027.


Autor: Günter Sievers, Kreisvorstand